> Ernst & Claudia on Tour :.
Unsere Reise durch Indien und Südamerika [1. Oktober 2004 - 17. Februar 2004]
 
:: Darjeeling (5.10.-11.10.04) Last updated: Sunday, October 31, 2004

Mit zweistündiger Verspätung fliegt uns das Flugzeug der Jet Airways von Delhi nach Bagdogra. Dort werden wir von unserem Guide Udai begrüsst und wir macht uns sofort auf die kurvenreiche, von einer atemberaubenden Aussicht begleitete, dreistündige und über 2000 Höhenmeter überwindende Fahrt nach Darjeeling (liegt auf 2143 M.ü.M.). Diese Landschaft ist von kräftigen, grünen Teepflanzen überzogen und ganz spärlich sieht man noch ein wenig Wald! Diese grüne Textur bedeckt, die Berge bis zu den höchsten Gipfeln (ca. 2500 M.ü.M.) der Region. Vereinzelt sieht man Häuser an abgelegenen Orten. Was für ein Gegensatz zu Delhi! Auf dem ganzen Weg begleitet uns eine Schmalspur-Eisenbahn, die ein Kunstwerk der frühen Ingenieurtechnik darstellt. Sie wurde zwischen 1850 und 1880 erbaut: Die Fachwelt staunt und der Laie wundert sich! Die Leute aus den Bergen sind uns auf Anhieb sympathisch. Sie sind sehr stolz und so sehen wir hier keine Bettler und ein Preis ist ein Preis.

Um ca. 18:30 Uhr erreichten wir unser Hotel, nachdem wir auf halbem Weg von unserem Fahrer zu einer richtigen Tasse Darjeeling Tee – natürlich 2nd Flush – eingeladen worden sind. Wow, nicht schlecht! Ein Hotel aus den Zeiten, als die Engländer die Eisenbahn nach Darjeeliing brachten (ca. 1850). Alles komplett im englischen Stil mit Kamin und antiken Möbeln. Wenn wir durch die Gänge gehen, beim Essen sind oder in die Aufenthaltsräume sehen, ist es uns, als würden wir die ehrenwerte Gesellschaft der „Swinging Twenties“ bei Tanz, Spielen oder anderen Aktivitäten hören.

Am ersten Morgen werden wir durch das Klingeln an der Tür, bereits kurz vor 0600 Uhr geweckt. Es wird uns mitgeteilt, dass wir einen Telefonanruf an der Reception haben. Komisch, komisch, hoffentlich nichts ernstes! … Glücklicherweise ist es lediglich unser Guide, der uns rät so schnell wie möglich in unsere Kleider zu springen und an den Aussichtspunkt bei der Schule zu gehen, denn jetzt würde man die Berge des Himalaya sehen. Gesagt getan – 10 Minuten später stehen wir also dort und sind überwältigt! Was für eine atemberaubende Sicht auf sämtliche Achttausender der Welt! Am schönsten präsentiert sich uns der „Kanchenjunga“, der dritthöchste Berg der Welt, der sich in ca. 50 km Entfernung vor uns präsentiert. Als wir beim Aussichtspunkt stehen und das gewaltige Panorama bestaunen, entdecken wir 50 Meter unterhalb ein kleines Chalet, das den Namen„the Matterhorn“ trägt – na ja! War das wohl das Werk eines verirrten Schweizers?

Im Nachhinein können wir sagen, dass uns der Himalaya auf Grund des Wetters nur diesen einzigen Einblick gewährt hat – dementsprechend ist sogar Ernst glücklich, dass wir um 0600 Uhr geweckt wurden!

Nach dem Frühstück machen wir uns auf zu einer vierstündigen Wanderung zum Tiger Hill, der den höchsten Punkt in der Region darstellt. Leider lässt der Regen nicht allzu lange auf sich warten, nichts desto trotz geniessen wir den Weg durch die schöne Landschaft!

Am Nachmittag besichtigten wir den Zoo von Darjeeling. Dort sehen wir Tiere, die im Himalaya anzutreffen sind. Danach statten wir dem Himalayan Mountainering Institute (HMI) einen Besuch ab. In der Ausstellung sieht man beispielsweise die Ausrüstung von Sir Edmund Hilary und Tenzing bei der ersten Mount Everestbesteigung – wir würden damit nicht mal auf das „Vrenelisgärtli“!

In den folgenden Tagen bessern wir unser Wissen über den Buddhismus auf und besichtigen viele Klöster in Ghoom, Rumtek und Gangtok. Wir sind von der Farbenpracht der verschiedenen Tempel überwältigt und unser Guide beeindruckt uns mit seinem Wissen über den Buddhismus – ist er selber doch Hindu!

Auch kulinarisch werden wir an jedem Ort speziell verwöhnt. Am besten in Erinnerung bleiben uns wohl die „Momos“, die wir in einem chinesischen Restaurant in Darjeeling gegessen haben. Gemäss unseres Guides handelte es sich dabei sicher um die Welt-besten „Momos“. Für all die Unwissenden: Bei „Momos“ handelt es sich um ähnliche „Dinger“ wie Ravioli (einfach besser!), gefüllt mit Schaft, Schweine- oder Rindfleisch. Dazu wird eine Chili-Sauce serviert, einfach jamieh!

Was in Darjeeling und der ganzen umliegenden Region natürlich nicht fehlen darf, ist eine Tasse Tee – nicht irgendein Tee, sondern Darjeeling Tee. Der Darjeeling Tee gilt unter der Teekennern als der Champagner des Tees. Speziell der „second flush“, also die zweite Lese ist die beste Qualität und verdient das Label: Special Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe . Teeanbau und Produktion sind in der Region die Arbeitgeber Nummer Eins in dieser bergigen Landschaft. Überall sieht man die ArbeiterInnen in den Feldern Blätter pflücken, oder man sieht sie auf dem Weg zur Verarbeitungsstätte. Den Rücken immer mit grossen Körben beladen, womit sie die Teeblätter transportieren.

Wir haben hoch oben in den Bergen eine schöne Woche verbracht, nette Menschen kennen gelernt, ein neues Indien entdeckt und werden sicherlich wieder einmal an den Fuss des Himalaya zurückkehren – doch zuerst geht es jetzt zurück nach Delhi.

Kanchenjunga
Kanchenjunga

Udai, Passant und Claudia
Passant, Udai und Claudia

Schule in Ghoom
Schule in Ghoom

Strassenszene in Ghoom
Strassenszene in Ghoom

Tibetan Self Help Center
Tibetan Self Help Center

Teeplantage
Teeplantage

Frauen beim Teepflücken
Frauen beim Teepflücken

Kloster in Rumtek
Kloster in Rumtek

Frauen beim Holztragen
Frauen beim Holztragen

 

:: MENU :.


Web eba.mindarea.ch
 
Copyright 2004 by Ernst Bachmann
Claudia & Ernst